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An der Elbe gibt es auch ganz klassische Industriebetriebe wie das Werk des weltgrößten Stahlherstellers ArcelorMittal mit Zentrale in Luxemburg.

Kreislaufwirtschaft und NachhaltigkeitKreislaufwirtschaft und NachhaltigkeitRund 580 Mitarbeiter stellen etwa eine Million Tonnen Stahl pro Jahr her. Die meisten Rohstoffe dafür werden vor allem aus Brasilien und Kanada von Erzfrachtern mit bis zu 70.000 Tonnen Tragfähigkeit an der Dradenau angeliefert.

Dort machen außerdem regelmäßig viele Binnenschiffe und Kümos fest. Die Lage sichert entscheidende logistische Vorteile.Wichtigstes Produkt ist hochwertiger Walzdraht, der auch für Autoreifen oder Spundwände notwendig ist. Der Betrieb verbraucht zwei Milliarden Kilowattstunden Gas und 800 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Der Strombedarf entspricht damit dem von 200 000 Haushalten. Nur der Aluminiumkonzern Trimet benötigt noch mehr Strom in Hamburg.

Dabei werden Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz immer wichtiger

So verringert die ArcelorMittal Hamburg GmbH als eines der energieeffizientesten Stahlwerke Europas kontinuierlich die benötigte CO2-Menge pro Tonne Stahl. Dazu gehören der Einsatz erneuerbarer Energien mit einer eigenen Stromproduktion über Windräder auf dem Firmengelände in der Hansestadt ebenso wie die nachhaltigen Aktivitäten des Tochterunternehmens HRV.

Die 1987 gegründete Hanseatische Reycyclingprodukt-Vertriebsgesellschaft mbH (HRV) mit ihren aktuell 110 Beschäftigten verarbeitet die Stahlwerkschlacke zu einem wertvollen Düngemittel weiter – dem Konverterkalk. Damit werden nicht nur natürliche Ressourcen geschont und Transportkosten reduziert. Der Konverterkalk sichert durch gleichbleibende Zusammensetzung und hohe Wirksamkeit auch Ernteerfolge.

Jedes Jahr werden 200.000 Tonnen Nebenprodukte der Stahlherstellung in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. 25.000 Tonnen davon sind Kalk. Der Verkaufspreis für die Landwirte beträgt 35 Euro pro Tonne. Den größten Anteil an der Gesamtmenge von Nebenprodukten der Stahlerzeugung zu Walzdraht-Rollen haben mit rund 150.000 Tonnen Splitter und Schotter für den Straßenbau. Der Rest wird in anderen Geschäftsbereichen verwertet.

„Nachhaltige Produktion zu fördern gehört zu unseren zentralen Zielen“, sagt HRV-Geschäftsführer Matthias Hirschberg.

„Stahl selbst ist ein nachhaltiges Produkt. Man kann ihn, wenn er einmal produziert ist, immer wieder verwenden“, betont der Diplom-Ingenieur. In der Verantwortung der HRV liege es, auch die großen Mengen an Nebenstoffen, die bei der Stahlproduktion entstehen, im Sinne einer Kreislaufwirtschaft wieder verfügbar zu machen.

Die HRV übernimmt die Nebenprodukte direkt aus dem Stahlwerk als Elektrolichtofenschlacke (EOS), als Pfannenofenschlacke (POS) und als Feuerfestmaterial. Die Schlacken werden mit Spezialfahrzeugen zur Abkühlung und Weiterverarbeitung auf dem HRV-Gelände transportiert. „Eines der wesentlichen Nebenprodukte, die bei der Herstellung von Stahl aus Roheisen entstehen, ist die so genannte weiße Schlacke“, erläutert Hirschberg.

Stahl wird im nach dem Aufschmelzen im Legierungsofen oder Pfannenofen einer abschließenden Behandlung unterzogen. Dabei werden durch die Zugabe von Kalk dem Stahl unerwünschte Bestandteile entzogen. Aus der weißen Schlacke werden alle Metallreste separiert und der Stahlproduktion von ArcelorMittal Hamburg direkt wieder zugeführt. Nach dem Abgießen des flüssigen Stahls bleibt in einem Pfannenkübel die weiße Schlacke übrig. Der Kübel wird unter einer Dusche in etwa 24 Stunden abgekühlt. Durch eine Brechanlage und mehrfaches Sieben gewinnt die HRV den Kalk schließlich für die Landwirtschaft. Darüber hinaus erledigt die HRV vom Produktionshelfer über das Einlagern des Stahls bis zum Bahnverkehr und die Lagerverwaltung zudem eine Vielzahl von Dienstleistungen rund um das Stahl- und Walzwerk.

Kalk für die Landwirtschaft

Aus Sicht der Landwirtschaft bietet der Einsatz von Konverterkalk wesentliche Vorteile. Denn dieser Kalk habe hervorragende Eigenschaften als Düngemittel und fördere das Wachstum der Pflanzen. „Genau zu wissen, welche Inhaltsstoffe über die Düngung in den Boden und in die Pflanze gelangen, gehört zu den Grundsätzen verantwortungsvollen Handelns“, ist sich Hirschberg sicher.

Mit dem Konverterkalk setzen Bauern ständig analysierte und überwachte Produkte ein, die gegenüber Dolomitkalk gleichbleibende und nachvollziehbare Eigenschaften aufweisen. Natürlicher Kalk dagegen kann je nach Abbau-Ort ganz unterschiedliche Zusammensetzungen haben. Da Landwirte eine verlässliche und gleichbleibende Qualität benötigen, steht die in der Elbmetropole produzierte Menge bei ihnen hoch im Kurs.

Damit ist der Hamburger Konverterkalk ein gutes Beispiel nachhaltiger Produktion im Sinne einer Kreislaufwirtschaft. Denn der im Werk eingesetzte Kalk wird über eine Aufbereitung und den Einsatz in der Landwirtschaft dem Ökosystem zurückgegeben. So werden natürliche Ressourcen geschont und der Umwelt wieder zugeführt. Hinzu kommt: Der Hamburger Konverterkalk wird direkt im Umland verwendet und muss nicht über lange Wege transportiert werden. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit“, so der HRV-Geschäftsführer. „Für jedes Kilogramm, das wir zur Verfügung stellen, benötigen wir ein Kilo Naturkalk weniger. Das spart Ressourcen und schützt die Landschaft. Und wir fördern die Kreislaufwirtschaft."


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