Wer Reisepläne schmiedet, denkt an bevorstehende Urlaubsfreuden, nicht an Ereignisse, die die Reiselust trüben, seien es Reiseausfall, Reiseabbruch oder gestohlenes Gepäck

Johannes Ganser, Bereichsdirektor Touristik bei der HanseMerkurDer humorige Spruch „Leben ist, wenn was dazwischenkommt“, beschreibt die Widrigkeiten des Alltags immer wieder treffend, doch manchmal vereiteln Schicksalsschläge Reisepläne. Ein Unfall, eine plötzliche Erkrankung, gesundheitliche Probleme während der Schwangerschaft, ein neuer Job, plötzliche Arbeitslosigkeit oder ein Todesfall in der Familie haben schon manche Reise verhindert oder vorzeitig beendet. Gut, wer dann den passenden Reiseversicherungsschutz hat, sei es als Einzelreisender, als Paar oder als Familie.

Welche Art von Versicherung Reisende benötigen, hängt ab von der Art der Reise, der Anzahl der Reisenden, der Reisedauer und dem Reiseziel. Wer darauf verzichtet, muss sicher sein, anfallende Kosten für Reiserücktritt, Reiseabbruch oder Krankheitskosten problemlos aus eigener Tasche bezahlen zu können.

Horrende Kosten für Rettungsflüge

Wer hätte gedacht, dass Krankenrücktransporte aus dem Ausland fünfstellige Summen verschlingen? „Bereits ein Krankenrücktransport von Mallorca schlägt mit ca. 12.500 Euro zu Buche, aus der Karibik sind es schon ca. 60.000 Euro. Australien und China sind bei Rettungsflügen für Urlauber aus Deutschland mit 80.000 bzw. 85.000 Euro in dieser Hinsicht die teuersten Reiseziele“, erklärt Johannes Ganser, Bereichsdirektor Touristik bei der HanseMerkur Reiseversicherung AG. Aber auch die medizinischen Behandlungskosten im Ausland sind nicht gerade günstig: Für eine Blinddarmentzündung in den USA werden ca. 20.000 Euro fällig – Kosten, auf denen Reisende ohne Auslandsreisekrankenversicherung sitzen bleiben und sich dadurch womöglich verschulden. Was sich noch immer nicht überall herumgesprochen hat: Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) kommt für derlei Krankheits- und Transportkosten in keinem Fall auf.

Wer zu den knapp neun Millionen privat Krankenversicherten in Deutschland zählt, muss prüfen, ob damit auch Krankheitsfälle im Ausland abgesichert sind. Unterschieden wird hierbei auch zwischen europaweiter und weltweiter Abdeckung von Krankheitsrisiken. Möglicherweise bedarf es also auch bei PKV-Versicherten eines ergänzenden Versicherungsschutzes.

Geschäftsreisende im Ausland: Entsandt oder dauerhaft dort?

Einige grundlegende Fragen müssen auch Geschäftsreisende vor ihren Reisen ins Ausland klären. Dabei gilt: Arbeitnehmer, die von ihren deutschen Firmen für eine Zeitlang ins Ausland entsandt werden, haben einen anderen Versicherungsbedarf als Angestellte, die dauerhaft ihr Geld im Ausland verdienen. Anders als von deutschen Firmen entsandte Beschäftigte, müssen ständig im Ausland tätige Arbeitnehmer nach den dort geltenden Regeln in die Sozialversicherung des Landes einzahlen. Aber nicht alles, was die GKV in Deutschland zahlt, wird auch von ausländischen Sozialversicherungen übernommen. Deckungslücken sind noch vor Reiseantritt zu schließen.

Bei Entsendungen bleibt der Arbeitnehmer Mitglied in der deutschen Sozialversicherung. Falls zwischen Deutschland und dem Zielland kein Sozialversicherungsabkommen besteht, werden vor Ort zusätzliche Sozialabgaben fällig, die entweder der Arbeitgeber des Mitarbeiters tragen muss oder für die er für den Beschäftigten eine Reiseversicherung abschließt.

Auch die Dauer der Geschäftsreise ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des geeigneten Versicherungsschutzes: Je länger eine berufsbedingte Auslandsreise dauert, desto wichtiger wird auch die Absicherung von Zahnbehandlungskosten, Heil- und Hilfsmitteln sowie die Absicherung von Verdienstausfall per Krankentage- bzw. ein Krankenhaustagegeld. Das Beispiel Reiseversicherungen zeigt: Guter Versicherungsschutz ist so individuell, wie die Menschen, die ihn für die Absicherung ihrer Risiken benötigen.

 

 

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