Die IHK Nord hat rund 1.100 Betriebe zur konjunkturellen Lage im Tourismus in der zweiten Jahreshälfte 2018 befragt.

Es handelte sich hierbei um Betriebe des Gastgewerbes (Beherbergungs- und Gaststättenbetriebe) und der Reisewirtschaft (Reisebüros, Reiseveranstalter und Omnibusunternehmen) aus den fünf norddeutschen Bundesländern. Die Lage des Gastgewerbes entwickelt sich positiv. Mit 129 Punkten befindet sich die Stimmung der Branche auf einem hohen Niveau. Die Stimmungslage in der Reisewirtschaft ist um 9 Punkte zum Vorjahreszeitraum spürbar gesunken. Trotzdem wird ein immer noch guter Indexwert des Konjunkturklimas von 123 Punkten erreicht. Der aus der Umfrage ermittelte Konjunkturklimaindex spiegelt die aktuelle Stimmung der Branchen zwischen 0 und 200 Punkten wider.

Foto: PixabayDie deutlich schlechtere Bewertung der aktuellen Geschäftslage in der Reisewirtschaft im Vergleich zur Vorjahressaison ist auf die wachsenden Herausforderungen an die Branche in Bezug auf die Digitalisierung, den Fachkräftemangel, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie hohe Arbeitskosten zurück zu führen. Auch das Gastgewerbe zeigt sich von diesen Herausforderungen betroffen, die dennoch positive Entwicklung der Stimmung im Gastgewerbe lässt sich mit steigenden Gästezahlen im hervorragenden Sommer 2018 begründen.

"Die Politik muss die Rahmenbedingungen für die Tourismuswirtschaft weiter verbessern. Vor allem betrifft das die bürokratischen Pflichten wie zum Beispiel bei der Mindestlohndokumentation, der Allergenkennzeichnung oder im Rahmen der Pauschalreiserichtlinie. Aber auch die Betriebe sind gefragt: Es gilt, die eigene Marke als Arbeitgeber laufend zukunftsgerichtet zu positionieren und sich so gleichzeitig für Fachkräfte besser aufzustellen" stellt Gert Stuke, Vorsitzender der IHK Nord, fest.

„Der Bund ist gefordert, bestehende Gesetze und Verordnungen regelmäßig auf ihre Notwendigkeit sowie ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft zu prüfen und die bürokratischen Belastungen für die Unternehmen zu reduzieren.“

In den vergangenen Umfragen haben die befragten Betriebe im Gastgewerbe und der Reisewirtschaft fortwährend angegeben, dass der Fachkräftemangel eines der größten Risiken darstellt. Im Hinblick auf diese Entwicklung befassen sich die Sonderfragen der aktuellen Saisonumfrage mit der Thematik der Beschäftigung. Hier lässt sich ablesen, dass rund die Hälfte der Betriebe des Gastgewerbes und knapp 30 Prozent der Betriebe der Reisewirtschaft langfristig offene Stellen nicht besetzen können. Als Hauptgründe dafür nennen die Befragten mangelnde Bewerberzahlen, zu geringe oder unpassende Qualifikationen der Bewerber oder zu hohe Forderungen.

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