Die globale Konjunkturdynamik hat sich merklich abgeschwächt. Der IWF hat darauf mit einer leichten Senkung seiner Weltwachstumsprognose für das Jahr 2019 auf 3,5 Prozent reagiert

und weitere Abwärtsrisiken betont. Das ist angesichts des Brexit-Chaos, der schwelenden Handelskonflikte und der gestiegenen Finanzmarktvolatilität nachvollziehbar. Anleger sollten Schwarzmalerei jedoch vermeiden. Vier Gründe, warum Rezessionsängste übertrieben sind und sich die Konjunkturdynamik ab Mitte des Jahres wieder leicht verstärken dürfte.

Grund 1: Die Fed macht Pause – oder Schluss

Noch vor Wochen hatten die Marktteilnehmer befürchtet, eine aggressive Fed würde mit zu schnellen Zinserhöhungen die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen. Trump tobte und die Aktienmärkte spielten verrückt. Jetzt hat es der partielle Regierungsstillstand in den USA der Fed leicht gemacht. Er verlagert wirtschaftliche Aktivität in die Zukunft und bewirkt, dass das BIP-Wachstum in den USA im ersten Quartal 2019 niedriger ausfallen wird.

Hinzu kommt, dass der Energiepreisrückgang die Inflationsrate auf deutlich unter zwei Prozent drücken wird. So kann die Fed ein schnelleres Ende des Zinserhöhungszyklus erklären, ohne dass der Verdacht aufkäme, sie beuge sich Trumps Schimpftiraden oder würde mit dem "Fed Put" den Investoren unter die Arme greifen. Die jüngste Verschiebung der USD-Zinskurve nach unten dürfte dem zuletzt schwachen Wohnungsbaumarkt neues Leben einhauchen. Größere wirtschaftliche Ungleichgewichte fehlen und die relativ hohe Sparquote der Privathaushalte machen eine nachhaltige Wachstumsabschwächung der US-Wirtschaft unter zwei Prozent unwahrscheinlich. Wir prognostizieren ein BIP-Wachstum von 2,5 Prozent.

Grund 2 und 3: Niedriger Ölpreis und lockere EZB

Der deutliche Ölpreisrückgang ist ein Segen für den Euro-Raum. Er bewirkt einen spürbaren Kaufkraftschub bei den Verbrauchern und drückt die Produktionskosten der Industrie. Sinkende Inflationsraten und -erwartungen sowie die logische Verschiebung der Markterwartungen für eine erste Zinserhöhung in die Zeit nach 2019 haben die Zinskurve nach unten gedrückt.

Das dürfte das Kreditwachstum noch einmal anschieben. Dazu wird der chinesische Stimulus der Exportwirtschaft im Euro-Raum helfen. Unterm Strich dürfte sich die Konjunktur im Euro-Raum stabilisieren und ab dem zweiten Quartal 2019 deutlich an Dynamik gewinnen.

Grund 4: China drückt verstärkt auf das Gaspedal

Nach vorläufigen Angaben ging das chinesische BIP-Wachstum von 6,9 Prozent im Jahr 2017 auf 6,6 Prozent im Jahr 2018 zurück. Das hört sich nicht dramatisch an, verschleiert jedoch, dass die Konjunkturdynamik spürbar nachgelassen hat. Im ersten Quartal 2018 wuchs das BIP noch um 1,8 Prozent, im ersten Quartal 2019 dürfte die Konjunkturdynamik bei einem BIP-Wachstum von 1,4 Prozent ihren Tiefpunkt überwinden. Das ist eine gute Nachricht für die Weltwirtschaft, insbesondere für die aufstrebenden Volkswirtschaften, und für Anleger. So haben die lokalen chinesischen Gebietskörperschaften die Erlaubnis bekommen, neue Anleihen in Höhe von RMB 1,4 Bio. (etwa EUR 180 Mrd.) bereits jetzt zu emittieren, und nicht wie üblich erst im April oder Mai. Wachstum wird damit vorgezogen.

Der fiskalische Impuls wird komplettiert durch Steuersenkungen, die sich in diesem Jahr auf zwei Prozent des BIP summieren. Die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen, hauptsächlich Liquiditätsbereitstellungen der chinesischen Zentralbank und Senkungen der Mindestreservesätze, haben bisher zwar nicht zu einer stärkeren Kreditvergabedynamik geführt, aber das bereits höhere Wachstum der Geldmenge M3 deutet an, dass das nur eine Frage der Zeit ist. Insgesamt sollte sich im Jahresverlauf eine leichte Wachstumsbeschleunigung ergeben. Eine Rückkehr zu den alten "reflationären" Zeiten ist angesichts des Ausmaßes der Stimulierung allerdings weder möglich noch gewollt.

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