Hamburgs Einzelhändler sind positiv gestimmt. 78 Prozent der Unternehmer beurteilen die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Branche als sehr gut oder stabil. Auch für 2019 ist die Mehrheit (72 Prozent) optimistisch. Trotz zunehmender Digitalisierung verzeichnet knapp die Hälfte der Hamburger Einzelhändler mehr Kunden als vor fünf Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die 5. Unternehmerkunden-Studie im Auftrag der Commerzbank. Für die repräsentative Erhebung wurden bundesweit 3.500 Einzelhändler mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Millionen Euro vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos befragt, davon 100 in Hamburg.

Foto: Hamburg / Alsterakaden (Pixabay)

Damit die Kunden dem Einzelhandel auch in Zukunft treu bleiben, wünscht sich dieser von der Stadt vor allem den Ausbau der Breitbandversorgung, mehr Parkplätze sowie eine attraktivere Gestaltung der Innenstadt. Die Händler sind aber auch selbst aktiv, um Kunden zu binden: 38 Prozent organisieren Veranstaltungen, das sind deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (31 Prozent).
 
Auch personalisierte Angebote und Rabattaktionen sind in Hamburg beliebt. Fehlende Fachkräfte und Preisdruck Größte Herausforderung für den Einzelhandel ist der Fachkräftemangel. Jeder Zweite empfindet zudem den Preisdruck als Gefahr. „Fast genauso vielen macht der zunehmende Wettbewerb durch Onlinehändler zu schaffen“, sagt Andre Nogat, verantwortlich für das Geschäft mit Unternehmerkunden der Commerzbank in Hamburg.
 
„Viele Einzelhändler reagieren darauf aber bereits mit einer Multikanalstrategie.“
So vertreibt ein Drittel der Hamburger Einzelhändler seine Produkte und Dienstleistungen sowohl stationär als auch online. Rund die Hälfte vernetzt die Kanäle miteinander und bietet seinen Kunden flexible Einkaufsmöglichkeiten an, wie zum Beispiel die Online-Bestellung und Abholung im Ladengeschäft. Digitale Kanäle werden aber nicht nur im Vertrieb, sondern auch in der Kundenkommunikation genutzt. Favoriten der Hamburger Einzelhändler sind dabei E-Mail-Newsletter und Facebook, bereits 39 Prozent kommunizieren über das soziale Netzwerk mit seinen Kunden.
 
Gut ein Drittel bietet auch ein Online-Feedback über die eigene Website an. Die Bezahlung erfolgt bei Hamburger Einzelhändlern mehrheitlich per Rechnung bzw. Überweisung (44 Prozent). In bar zahlen lediglich 17 Prozent (bundesweit 29 Prozent). Kontaktlose Kartenzahlung ist bei 34 Prozent bereits möglich oder geplant. „In diesem Bereich sehen wir großes Potenzial“, sagt Frank Haberzettel, Bereichsvorstand Nord und verantwortlich für das Geschäft mit Privat- und Unternehmerkunden.
 
„Daher gehören wir zu den Vorreitern beim mobilen Bezahlen und haben als eine der ersten Banken in Deutschland Google Pay eingeführt.“ Jeder achte Einzelhändler sucht in Hamburg einen Nachfolger Jeder achte Einzelhändler in Hamburg geht davon aus, in den nächsten fünf Jahren einen Nachfolger für sein Unternehmen suchen zu müssen. Dabei spielen persönliche Empfehlungen bislang die größte Rolle. „Von ihrer Bank erwarten Einzelhändler vor allem eine Beratung in finanziellen, steuerlichen und rechtlichen Fragen. 15 Prozent wünschen sich eine digitale Plattform für die Nachfolge-Planung“, erläutert Nogat. „Mit unserem neuen Nachfolge-Portal unterstützen wir den Unternehmer in allen Phasen des Verkaufsprozesses, z.B. bei der Suche nach einem Käufer und der Unternehmens.

 

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