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Eine komfortable Lösung für die aufwändige letzte Meile

Gunnar Anger (46) hat zum Jahresende 2016 die Geschäftsführung der ParcelLock GmbH übernommen. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann absolvierte er ein BWL-Studium in Kiel sowie einen MBA in den USA. Seit 2010 leitete Anger mehrere Wachstums- und Technologieunternehmen. In den kommenden Jahren soll das laufende Geschäft der ParcelLock GmbH intensiviert und weitere Kooperationspartner für das anbieterneutrale Öffnungssystem gewonnen werden.Obwohl die meisten Bewohner von Großstädten tagtäglich über den steigenden Lieferverkehr fluchen, der enge Straßen in dichtbesiedelten Wohngebieten verstopft, bestellen die meisten von ihnen doch weiterhin einen Großteil ihrer Einkäufe online. Dies bedeutet mehr parkende Paketautos und Paketboten, die nach einer Möglichkeit suchen, die Lieferungen abzugeben.

In den vergangenen Jahren hat sich das Wachstum des Paketversands analog zur gestiegenen Anzahl von Online-Käufen entwickelt. 2018 wurden 3,5 Millionen Pakete zugestellt. Schätzungen zufolge sollen es bis 2022 über 4 Millionen sein. Online-Shopping deckt bereits heute in weiten Teilen der Bevölkerung die Grundversorgung mit sämtlichen Gütern des täglichen Lebens. Auf diese Entwicklung müssen sich nicht nur die Lieferdienste, sondern auch Kommunen und Städte einstellen. Ein Umdenken in der Städtebauplanung ist dringend notwendig, um diese relativ neue Form der Nahversorgung abbilden zu können. Immobilien und Infrastrukturen müssen so konzipiert werden, dass die Belieferung der Anwohner gewährleistet, die Lebensqualität jedoch nicht weiter eingeschränkt wird. Eine Möglichkeit sind hier anbieteroffene Paketkastenanlagen oder -stationen wie von ParcelLock, die allen Paketdienstleistern eine erfolgreiche Paketzustellung bereits beim ersten Versuch ermöglichen. Die Ausweisung von öffentlichen Flächen ist hier für die umweltfreundliche Paket-Nahversorgung notwendig.

Die letzte Meile ist nicht nur ein Problem der Paketdienstleister

Nicht nur der einzelne Onlinekäufer muss sich der Konsequenzen seines Handelns bewusst werden. Auch Städte und Bauplaner müssen realisieren, dass Wohnumfelder so gestaltet werden müssen, dass sie sowohl den Bedürfnissen von Anwohnern als auch von Paketdienstleistern entgegenkommen. Bauprojekte und Infrastrukturen erfüllen ihren Zweck idealerweise, wenn sie den Einzelnen in seiner Handlungsfreiheit nicht einschränken und dem Gemeinwohl nutzen.

Es ist die Aufgabe von Städtebauplanung, die sich durch das veränderte Kaufverhalten und stetig wachsendes Online-Shopping, frühzeitig gesellschaftliche Entwicklungs- und infrastrukturelle Änderungsprozesse vorausschauend zu begleiten. Gerade in großen Metropolen wie z.B. Hamburg muss die Bauplanung die heute relevanten Notwendigkeiten aufgreifen, um die Zulieferung von werktäglich über 200.000 Paketen – Tendenz steigend – möglich sowie gesellschafts- und umweltrelevant (v)erträglich zu machen.

Indem Bauplaner diese Vorbildfunktion einnehmen und diese Veränderungen bei ihren Planungen berücksichtigen, erleichtern sie nicht nur den Bewohnern den Alltag, sondern tragen dazu bei, die Stadt insgesamt nachhaltig und zukunftsorientiert zu gestalten. 

Welche Lösungen gibt es?

Die gebotenen Lösungen sollen das Leben der Anwohner nicht verkomplizieren. Im Gegenteil, sie müssen so bequem und effizient funktionieren, dass sich ein Mehrwert ergibt.

Eine solche Lösung sind Paketkastenanlagen, die in Mehrfamilienhäuser eingebaut oder in Wohnquartieren aufgestellt werden. In ihnen können sowohl Lieferungen empfangen, als auch Retouren für den Paketboten hinterlassen werden. Somit entfallen für die Zusteller erfolglose Mehranfahrten oder die Suche nach Nachbarn, die bereit sind, Pakete für abwesende Empfänger anzunehmen. Durch erfolgreiche Erstzustellungen wird der Verkehr im Wohngebiet entlastet, Abgase und Lärm reduziert und die Empfänger müssen nach Feierabend nicht ihr Paket bei Nachbarn oder in weiter entfernten Paketshops abholen.

Der Alltag wird effizienter

Bauprojekte, in die Lösungen wie Paketkastenanlagen integriert werden, zeigen, dass eine nachhaltige Lösung keine Einschränkung für den Einzelnen bedeutet. Im Gegenteil, sie tragen zum Gemeinwohl bei und gestalten den Alltag zukunftsorientiert effizienter.

Diese Zukunftsorientierung müssen allerdings alle Parteien verinnerlichen, die an der „letzten Meile“ mitwirken. Bauherren, Städteplaner, Paketdienste und Kunden müssen kooperieren und gemeinsam an nachhaltigen und praktikablen Lösungen arbeiten.

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