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Im Durchschnitt hat nur jeder 5. Mittelständler im Wirtschaftsraum Hamburg 2016 in die Digitalisierung investiert.

Insgesamt betrugen die Digitalisierungsausgaben im Raum Hamburg etwa 559 Millionen Euro und damit nur rund ein Zwölftel der rund 6,7 Milliarden Euro Neuinvestitionen in Bauten und Anlagen. Das geht aus Berechnungen der HypoVereinsbank auf Basis einer deutschlandweiten KfW-Analyse hervor. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter zu stärken, sollten die rund 160.000 Mittelständler im Wirtschaftsraum Hamburg intensiver und breiter in die Digitalisierung investieren.

Digitalisierungsvorhaben auf IT beschränkt

Wir sehen beim Thema Digitalisierung des Mittelstands im Wirtschaftsraum Hamburg noch großen Handlungs- und Investitionsbedarf“, sagt Jörg Frischholz, Leiter des Firmenkundengeschäfts der HypoVereinsbank in der Region Nord. „Die Gespräche mit unseren Kunden zeigen, dass viele Mittelständler aktuell nicht nur zu wenig, sondern auch zu einseitig in IT investieren.“ Diese Einschätzung wird von einer Studie der KfW gestützt, der zufolge sich die Digitalisierungsvorhaben aktuell vor allem auf die reine Erneuerung von IT-Strukturen konzentrieren und die Digitalisierung im deutschen Mittelstand noch in den Kinderschuhen stecke.

Disruptive Veränderungen erforderlich

Die Digitalisierung bietet den Unternehmen jedoch die Chance, ihre Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität sowie ihr Wachstum ins-gesamt zu stärken. Denn sie ermöglicht neue Geschäftsmodelle, Produkte und Services oder Absatzmärkte. Neue Marktteilnehmer und Firmen mit höherem Digitalisierungsgrad erhöhen dabei den Handlungsdruck auf die etablierten Unternehmen. Zudem belegt eine aktuelle Studie der HypoVereinsbank und der TU München zur digitalen Transformation, dass zwei Drittel der Unternehmen mit Digitalisierungsvorhaben nur schrittweise und langsam vorgehen und dabei disruptive Veränderungen scheuen. Diese wären jedoch in vielen Bereichen erforderlich, um Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln, Prozesse und Produktion zu digitalisieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Nachholbedarf in Gesundheitswesen und Logisitk

Auch wenn etwas mehr als die Hälfte der unternehmerischen Wertschöpfung in Branchen generiert wird, die bei der Digitalisierung als recht fortgeschritten gelten, haben auch diese Unternehmen ihr Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft. Zu diesen Branchen zählen Informations- und Kommunikationstechnologie, Finanz- und Versicherungswesen oder Handel. Die restliche unternehmerische Wertschöpfung kommt aus Branchen, die im Vergleich eher hinten liegen. „Vor allem im Gesundheitswesen, der Logistik oder dem produzierenden und verarbeitenden Gewerbe gibt es viele Unternehmen, die Chancen durch die Digitalisierung noch wenig nutzen“, sagt Jörg Frischholz.

Fremdfinanzierungen immer wichtiger

Nach Beobachtungen der HypoVereinsbank greifen mittelständische Unternehmen beim Thema Finanzierung von Digitalisierungsvorhaben bislang vor allem auf Rücklagen und laufende Einnahmen zurück. Dies stimmt mit Studienergebnissen des Instituts für Mittelstandsforschung überein, wonach Investitionen für Digitalisierungsvorhaben zu 77 Prozent aus laufenden Einnahmen stammen und die Nutzung von Bankkrediten mit vier Prozent noch eine geringe Rolle spielt. „Um im digitalen Wettbewerb bestehen zu können und den damit steigenden Investitionsbedarf zu decken, sind darüber hinaus zunehmend Fremdfinanzierungen wie klassische Bank- sowie Förderkredite und Finanzierungen über den Kapitalmarkt notwendig“, so Jörg Frischholz. Foto: Pixabay

 

 

 

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