Mehr als zwei Drittel der Hamburger Industriebetriebe nennen Fachkräftemangel als Risiko

Mehr als zwei Drittel der Hamburger Industriebetriebe (67,6 Prozent) sehen den Fachkräftemangel als das größte Risiko für das nächste Jahr. Noch vor zwei Jahren waren es weniger als ein Drittel (31,6 Prozent), vor fünf Jahren nicht mal jedes fünfte (18,5 Prozent) Industrieunternehmen. Andere Risiken wie „Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen“, „Energie- und Rohstoffpreise“ sowie „In- und Auslandsnachfrage“ stagnieren seit Jahren auf stabilem Niveau.

„Es ist allerhöchste Zeit, hier geeignete Gegenmaßnahmen zum Erfolg zu führen“, so Dr. Walter Pelka, Mitglied des Handelskammer-Industrieausschusses. „Politik, Verwaltung und Wirtschaft sind gefragt, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die der Industrie am Standort Hamburg mittel- und langfristig Wachstum ermöglichen.“ Dazu gehöre die Stärkung der Ausbildung in den technischen Berufen ebenso, wie die Ausweitung der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge“, ergänzt Dr. Stefan Ehmann, ebenfalls Mitglied des Ausschusses, nach einer Diskussion in der vergangenen Sitzung. „Darüber hinaus muss Hamburg attraktiver Anziehungspunkt für Industriefachkräfte aus der ganzen Welt sein, mit wissenschaftlicher Exzellenz für Technologien und attraktiven Arbeits -und Ausbildungsplätzen im Zuge des Digitalisierungsprozesses“, so Dr. Ehmann weiter.

Die Hamburger Industrieunternehmen selbst wollen in Personal und Produktionsmittel investieren: 23,2 Prozent der Befragten beabsichtigen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl, nur 5,5 Prozent hingegen eine Reduzierung (Saldo: +17,7; Vorquartal: +28,8; Vorjahresquartal: +10,3). 41,6 Prozent der Unternehmen planen mit höheren, 15,5 Prozent mit geringeren Investitionsausgaben (Saldo: +26,1; Vorquartal: +17,0; Vorjahresquartal: +29,6). Auch wenn die aktuelle und künftige Lage – ähnlich dem gesamtwirtschaftlichen Trend – momentan verhalten eingeschätzt wird: Zum Ende des II. Quartals 2019 verzeichnet der Geschäftsklimaindikator 105,0 (Test-)Punkte für die Hamburger Industrie. Er hat sich in Relation zum vorherigen Sommer um 4,6 Punkte verschlechtert; im Vergleich zur Vorbefragung im Frühjahr 2019 ergibt sich sogar ein Minus von 14,8 Punkten. Diese merkliche Abkühlung innerhalb von drei Monaten ist vor allem auf die Einschätzungen zur aktuellen und künftigen Geschäftslage im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe zurückzuführen.

Das „Hamburger Industriebarometer“ ist eine Sonderauswertung des „Hamburger Konjunkturbarometers“. Für das Industriebarometer werden nur die Antworten des Produzierenden Gewerbes (teils inklusive Bauindustrie) ausgewertet. Vierteljährlich werden gut 1.100 Unternehmen aus allen von der Handelskammer Hamburg betreuten Wirtschaftszweigen befragt. Der Rücklauf liegt insgesamt bei rund 60 Prozent. Die Befragung zum zweiten Quartal 2019 fand Ende Juni / Anfang Juli 2019 statt. 

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