Bundesregierung ruft Ausschuss für nachhaltige Entwicklung ins Leben

Dieser hat am 25. Februar 2019 folgenden Beschluss gefasst: „Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) werden gebeten, in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie eine Sustainable Finance-Strategie zu entwickeln. Damit soll Deutschland zu einem führenden Sustainable Finance-Standort weiterentwickelt, die Diskussions- und Umsetzungsprozesse auf nationaler, europäischer und globaler Ebene unterstützt und ein Beitrag für einen strukturierten, gebündelten Stakeholder-Dialog geleistet werden.“ Als erster Schritt zur Entwicklung und Umsetzung der Sustainable Finance-Strategie wurde ein Sustainable Finance-Beirat mit Beteiligung interessierter Ressorts, Teilnehmer/innen aus Finanzwirtschaft, Realwirtschaft, Zivilgesellschaft (z.B. der World Wildlife Fund) und Wissenschaft gegründet, der zurzeit an einem Eckpunktepapier arbeitet.

Zielvorgaben und Maßnahmen des Aktionsplans „Sustainable Finance“

1. Kapital in nachhaltige und integrative Investitionen lenken

Maßnahme 1: EU-Klassifikationssystem („EU-Taxonomie“) für nachhaltiges Handeln, eindeutige Definition der „Nachhaltigkeit“, maßgebliche Definition für alle Marktteilnehmer

Maßnahme 2: Normen und Labels für nachhaltige Finanzprodukte, EU-Normen und -Labels für nachhaltige Finanzprodukte als Entscheidungshilfe für Kleinanleger

Maßnahme 3: Förderung nachhaltiger Investitionen, gebündelte EU-Investitionsförderung in nachhaltige Projekte (EU-Investmentfonds mit Haushaltsgarantie)

Maßnahme 4: Nachhaltigkeit bei der Finanzberatung, neben den Anlagezielen und der Risikofreudigkeit der Anleger sollen zukünftig deren Präferenzen zur ESG-Nachhaltigkeit berücksichtigt werden

Maßnahme 5: Nachhaltigkeitsbenchmark

 

2. Risikomanagement

Maßnahme 6: Nachhaltigkeit in Marktanalysen und Ratings. Die Methoden von Marktanalysten und Ratingagenturen für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Unternehmen sollen nachvollziehbarer und transparenter werden

Maßnahme 7: Nachhaltigkeitspflichten institutioneller Anleger und Vermögensverwalter

Maßnahme 8: Aufsichtsvorschriften für Banken, Versicherungen und Pensionsfonds, Klima- und umweltrelevante Risiken in den Aufsichtsvorschriften sollen zukünftig stärker berücksichtigt werden, ohne die risikobasierte Art der EU-Aufsicht zu gefährden.


3. Transparentere und langfristigere Finanz- und Wirtschaftstätigkeit

Maßnahme 9: Offenlegung: Anleger und „Interessenträger“ sollen die „langfristige Wertschöpfung“ und „Exponierung gegenüber Nachhaltigkeitsrisiken“ von Unternehmen leichter bewerten können.

Maßnahme 10: Nachhaltige Unternehmensführung und kurzfristiges Denken am Kapitalmarkt: unangemessener, kurzfristiger Druck der Kapitalmärkte erschwert langfristig ausgerichtete Unternehmensstrategien, dadurch werden umweltrelevante und soziale Risiken für Unternehmen ignoriert


Sustainable Finance Klassifizierungsrahmen

Ein zukünftiger Sustainable Finance-Klassifizierungsrahmen ist die Grundlage für die Entwicklung von weiteren Standards. Damit die Tätigkeiten von Unternehmen als „ökologisch nachhaltig“ klassifiziert werden, müssen zukünftig vier von sechs Umweltzielen erfüllt werden. Dabei dürfen sie kein anderes Ziel „erheblich“ beeinträchtigen. Die Unternehmen müssen die „technischen Evaluierungskriterien“ dazu erfüllen und einen definierten Mindestschutz einhalten.


Die sechs Umweltziele:

1. Klimaschutz:Vermeiden oder Verringern von Treibhausgasemissionen oder Stärkung deren Abbaus. Stattdessen Erzeugung oder Nutzung erneuerbarer Energien, Investitionen in den Ausbau von Stromnetzen und von „sauberer Mobilität“.

2. Anpassung an den Klimawandel:Verringerung der negativen Auswirkungen des aktuellen oder künftig zu erwarteten Klimas und Verhinderung einer Steigerung oder Verlagerung der negativen Auswirkungen des Klimawandels

3. Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen

4. Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung und Recycling: Effiziente Nutzung von Rohstoffen in der Produktion und Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Produkten

5. Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung

6. Schutz gesunder Ökosysteme: Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt, z.B. durch Naturschutz und nachhaltige Landbewirtschaftung

 

Lesen Sie hierzu: https://nordwirtschaft.de/dienstleistung/maerkte/finanzen/klimaschutz-und-nachhaltigkeit-sustainable-finance-wird-die-geschaeftsmodelle-der-finanzwirtschaft-veraendern

 

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